- Immer mehr Fahrgäste nutzen Apps für den Ticketkauf
- RVF schafft zusätzliche Anreize für den Kauf per Smartphone und hält digitale Preise stabil
- Alle Fahrgäste haben weiterhin verlässlichen Zugang zu Tickets
- Kaum nachgefragte Fahrscheine werden künftig nicht mehr vertrieben.
Die Gremien des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg (RVF) haben eine Anpassung der Verbundtarife zum 1. Januar 2027 beschlossen. Hintergrund sind die Kostensteigerungen im ÖPNV. Gleichzeitig setzt der RVF gezielt Anreize für den Ticketkauf per Smartphone und hält die Preise für digital gekaufte Fahrscheine stabil.
Die Entwicklung ist eindeutig: Fast jede zweite Gelegenheitskundin beziehungsweise jeder zweite Gelegenheitskunde kauft den Fahrschein inzwischen per App. Der Anteil der digitalen Ticketkäufe ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Mit der Tarifanpassung trägt der RVF diesem Wandel Rechnung und stärkt sein digitales Angebot weiter.
Digitale Tickets bleiben günstiger
Die gute Nachricht für Fahrgäste: Fahrscheine, die über Apps gekauft werden, verteuern sich nicht. Der bereits bestehende Digitalrabatt für gelegentliche Fahrten wird ausgebaut. So kostet ein Einzelfahrschein der Preisstufe 1 in den Apps von RVF, VAG und DB weiterhin 2,70 Euro und damit ab Januar 2027 ganze 50 Cent weniger als am Automaten. In der Preisstufe 3 beträgt der Preisvorteil gegenüber dem Automatenkauf mehr als einen Euro. Ab Januar bietet der RVF auch die Regiokarte Basis und die Kurzstrecke mit einem Digitalrabatt in den Apps an.
„Immer mehr Fahrgäste nutzen digitale Vertriebskanäle. Der RVF baut diese Angebote daher konsequent aus und schafft zusätzliche Anreize für den digitalen Ticketkauf“, erklärt Simone Stahl, Geschäftsführerin des RVF.
Gleichzeitig betont Stahl, dass der Ticketkauf am Automaten weiterhin möglich bleibt: „Damit verbindet der RVF den Ausbau moderner Vertriebswege mit einem verlässlichen Angebot für alle Fahrgäste.“
Die vergünstigten digitalen Tarife sind in den Apps RVF mobil, VAG mobil und im DB Navigator erhältlich. Neben dem Ticketkauf bieten die Anwendungen auch Fahrplanauskünfte und weitere Informationen rund um die Mobilität in der Region. Auch das Check-in-Ticket über die Fairtiq-App profitiert von den günstigen Tarifen.
Moderate Anpassungen bei einzelnen Fahrscheinen
Für Fahrscheine, die am Automaten oder beim Fahrpersonal gekauft werden, gelten ab Januar 2027 neue Preise. Einzelfahrscheine für Erwachsene steigen je nach Preisstufe um 20 bis 40 Cent. Der Einzelfahrschein der Preisstufe 1 kostet dann 3,20 Euro.
Die Kurzstrecke wird künftig 2,00 Euro kosten. Die Preise für Tageskarten liegen zwischen 7,50 Euro für die Solo+-Tageskarte in Preisstufe 1 und 29,60 Euro für die Gruppen-Tageskarte in Preisstufe 3. Mit der 2x4-Fahrtenkarte kostet eine Fahrt in Preisstufe 1 künftig 3,00 Euro.
Bei den Regiokarten fällt die Anpassung sehr gering aus.
Das Deutschland-Ticket, das rund 95% der Stammkundinnen und -kunden im RVF nutzen, wird ab 1. Januar 2027 66,80 Euro kosten. Sein Preis wird durch einen bundesweit gültigen Index festgelegt. Diese Preisanpassung wirkt sich auch auf das D-Ticket Jugend BW aus. Es wird ab Januar 2027 48,80 Euro je Monat kosten.
Tarifangebot wird vereinfacht
Mit der Einführung des Deutschland-Tickets hat sich die Nachfrage nach einzelnen Fahrscheinarten deutlich verändert. Viele Kundinnen und Kunden wünschen sich heute vor allem einfache und digitale Angebote.
„Kundinnen und Kunden erwarten einfache Kaufentscheidungen treffen zu können“, sagt Timm Anders, Geschäftsführer des RVF. „Zu viele Optionen sorgen für Unsicherheit und können den Zugang zum ÖPNV erschweren.“
Vor diesem Hintergrund hat der RVF sein Tarifsortiment überprüft und auf stark nachgefragte Angebote konzentriert. Für alle Fahrscheine, die künftig entfallen, stehen Alternativen zur Verfügung.
Ab Januar 2027 werden daher die Punktekarte, der Gruppenfahrschein, die Regiokarte Kind, die Regiokarte Jahr sowie die Ergänzungskarten zu den Nachbarverbünden nicht mehr angeboten.
„Der Aufwand, den wir für den Vertrieb bestimmter Fahrscheine betreiben, steht teilweise nicht mehr im Verhältnis zur tatsächlichen Nachfrage und den Einnahmen“, erläutert Timm Anders, Geschäftsführer des RVF. „Wichtig ist dabei: Fahrgäste können Fahrscheine des RVF, auch weiterhin wie gewohnt, an allen Verkaufsstellen (App, Automat, Regionalbusfahrer, Verkaufsstellen der Unternehmen) erhalten.“
Regiokarte Schüler: Nachweis wird einfacher
Auch bei der Regiokarte Schüler wird der Zugang vereinfacht. Künftig entfällt die bisher erforderliche Stammkarte, die regelmäßig abgestempelt und vorgezeigt werden musste.
Für Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende unter 21 Jahren reicht künftig ein gültiger Ausweis als Nachweis aus. Junge Menschen bis 27 Jahre benötigen zusätzlich einen Ausbildungsnachweis. Damit wird das Verfahren sowohl für die Fahrgäste als auch für Schulen und Ausbildungsstätten spürbar vereinfacht.